2017-05-03 11:30

Falsche Polizistin ergaunert Rekordsumme bei Telefonbetrug

Meilen

Eine unbekannte Telefonbetrügerin, die sich als Polizistin ausgab, hat am letzten Mittwoch eine Frau um Bargeld, Schmuck und weitere Wertgegenstände im Gesamtbetrag von über dreiviertel Millionen Franken betrogen.

Einträgliche Masche: Im Bezirk Meilen wurden rund 800'000 Franken wurden von einem Telefonbetrüger ergaunert.

Einträgliche Masche: Im Bezirk Meilen wurden rund 800'000 Franken wurden von einem Telefonbetrüger ergaunert.

(Bild: Keystone Symbolbild)

Über 300 Betrügereien am Telefon verzeichnete die Zürcher Kantonspolizei im letzten Jahr. Der neuste Fall aus dem Bezirk Meilen stellt nun bezüglich Deliktsumme alles in den Schatten.

Mehrmals täglich hat sich eine deutsche Betrügerin mit einer 81-jährigen Frau in Verbindung gesetzt, wie die Kantonspolizei Zürich am Mittwoch mitteilte. Die Betrügerin sprach hochdeutsch mit süddeutschem Akzent und gab sich als Polizistin der Kriminalpolizei Zürich aus.

Um das Vertrauen der Dame zu gewinnen, dauerten die Telefonate teilweise mehrere Stunden. Dabei teilte die angebliche Polizistin der Frau mit, dass es Täter auf ihr gesamtes Vermögen abgesehen hätten und auch Angestellte der Bank darin verwickelt seien. Sie behauptete auch, ihr Bargeld und die weiteren Vermögenswerte seien nicht mehr sicher. Zudem wies die falsche Polizistin die Frau an, mit niemandem darüber zu sprechen, da dies die Ermittlungen gefährde. Ebenso machte sie die Frau darauf aufmerksam, dass sie permanent überwacht würde, dies zu ihrem eigenen Schutz.

Erfolgreiche Betrugsmasche

Dies führte dazu, dass die Frau bei diversen Geldinstituten Goldmünzen, wertvollen Schmuck sowie mehrere hochwertige Uhren und Bargeld im Rekord-Gesamtbetrag von rund 800 000 Franken abholte. Die telefonisch vereinbarte Übergabe der Vermögenswerte an einen Unbekannten fand am 26. April bei ihr zu Hause statt. Der 81-jährigen Frau wurde versprochen, dass sie die Wertgegenstände nach einigen Tagen zurückerhalten würde. Nachdem sich die angebliche Polizistin nach der Übergabe noch einmal gemeldet hatte, wurde sie nicht mehr kontaktiert. Schliesslich realisierte die Dame, dass sie Opfer eines Betruges geworden ist und erstattete Anzeige bei der Kantonspolizei Zürich.

Um sich vor Telefonbetrügern zu schützen, rät die Polizei, die Echtheit von Polizisten zu überprüfen. Etwa, indem man die Nummer 117 wählt und nach dem Polizisten fragt. Die Polizei rät auch dazu, misstrauisch zu sein, wenn ein hochdeutsch sprechender Polizist einem dazu bringen will, grössere Geldsummen abzuheben, zu zahlen, jemandem zu übergeben oder irgendwo zu deponieren.

Weitere Informationen zu dieser Betrugsmasche finden Sie auf www.telefonbetrug.ch.

past