2019-04-03 12:00

Spass mit Superhelden

BlogThe Take

Welcher Teenager wünscht sich nicht, grösser und cooler zu sein. Für Billy wird dieser Wunsch war — dank dem Zauberwort «Shazam».

Der Trailer zu ‹Shazam›. Quelle: Warner Bros.

Shazam — ein Unsinnwort. Doch nachdem ich den gleichnamigen Film gesehen habe, habe ich das Bedürfnis durch die Strassen zu rennen und «Shazam!» zu rufen: Vielleicht verwandle ich mich ja auch in eine Superhelden. Genau darum geht es in dieser Comicverfilmung: Ein ganz normaler Jugendlicher erhält magische Kräfte, wird zum erwachsenen Superhelden und muss nun herausfinden, was er mit der ganzen Macht anfangen will.

Doch der Film beginnt mit der Entstehungsgeschichte des Bösewichts. Ein junger Thaddeus (Ethan Pugiotto) ist mit seinem Vater und seinem älteren Bruder nachts im Auto unterwegs. Schnell wird klar, dass die beiden den Jungen ständig abkanzeln, weil er in ihren Augen nicht männlich genug ist. Als Thaddeus die Chance erhält, die magischen Kräfte des Zauberers Shazam (Djimon Honsou) zu erben, versagt sein moralischer Kompass und auch der Zauberer weist ihn zurück.

Billy (Asher Angel) und Freddy (Jack Dylan Grazer) bevor ersterer seine Superkräfte erhält (v.l.)

Thaddeus Scheitern ist Billys (Asher Angel ) Chance. Der 14-Jährige wird als Pflegekind von Familie zu Familie weitergereicht. Auch bei seiner neusten Familie fühlt er sich nicht wohl. Doch als er die magischen Kräfte von Shazam erhält, — indem er «Shazam!» ruft — ist er plötzlich auf seinen Pflegebruder Freddy (Jack Dylan Grazer) angewiesen. Schliesslich steckt er nun im Körper eines Erwachsenen (Zachary Ley) fest, verfügt über unbekannte Kräfte und zu allem Unglück ist ihm auch der nun erwachsene Thaddeus (Mark Strong) auf den Fersen.

Die Stärke von ‹Shazam› liegt darin, dass Billy/Shazam und Freddy die ungewohnte Situation ungefähr so angehen, wie es echte Teenager tun würden: Sie probieren einfach mal aus, welche Kräfte Billy nun hat. Shazam steht zwar für Solomon, Herkules, Atlas, Zeus, Achilles und Merkur, deren Kräfte dadurch beschworen werden, aber als Bedienungsanleitung ist das doch etwas vage.

Die Geschwisterbande

Zachary Levy spielt den Teenager im Körper eines Erwachsenen mit einer Begeisterung, die ansteckend ist. Auch der Rest des (jungen) Casts ist ausgezeichnet, insbesondere Jack Dylan Grazer als nerdiger Freddy, der sich unbedingt mit seinem neuen Pflegebruder anfreunden will. Ein ganz besonderes Highlight ist Faith Herman als Darla, das jüngste von Billys neuen Geschwistern: Sie ist so aufrichtig in ihrer Anhänglichkeit und einfach super herzig.

Shazam (Zachary Levy) trifft auf seinen Erzfeind Thaddeus Sivana (Mark Strong).

Wie man aus der obigen Beschreibung merkt, ist Billy/Shazam zwar die Hauptperson, aber es ist nicht nur seine Geschichte. Stattdessen geht es eben auch um die Familie und vor allem die Bande zwischen Geschwistern. Familienzusammenhalt ist ein Thema, das Hollywood häufig aufnimmt, doch selten wird es mit so viel Herz, Wärme und Freude behandelt.

Der Film hat allerdings auch einige Schwächen, die sich auf den Antagonisten Thaddeus konzertieren. Nach dem ausgezeichneten Start mit seiner Erfahrung als Kind, verkommt er danach zu einem typischen Superschurken. Dabei vergeben die Filmemacher hier eine Chance, denn seine Kräfte kommen von den sieben Todsünden, was eine spannende Ausgangslage für allerlei Hindernisse für den Helden sein könnte. Stattdessen sind die sieben Todsünden einfach die üblichen Schläger.

Doch darüber sieht man gerne hinweg, denn ‹Shazam› macht ganz einfach «e Heidefreud».

‹Shazam› ist ab morgen im Kino.

ZSZ-Mitarbeiterin <b>Olivia Tjon-A-Meeuw</b> liebt Kinosäle, steht zu ihrer Netflix-Sucht und hasst nichts so sehr wie Spoiler. An dieser Stelle bloggt sie über ihre Leinwand- und Streaming-Erlebnisse und bewertet Filme und Serien.
ZSZ-Mitarbeiterin <b>Olivia Tjon-A-Meeuw</b> liebt Kinosäle, steht zu ihrer Netflix-Sucht und hasst nichts so sehr wie Spoiler. An dieser Stelle bloggt sie über ihre Leinwand- und Streaming-Erlebnisse und bewertet Filme und Serien.